Mont Blanc

Abfahrtsrausch und Höhenflüge – Free-ride-Abenteuer am Dach Europas.

Ende Januar 2014 – es schneit in Deutschland. Wir packen in Frankfurt unsere breiten Bretter ins Auto und fahren los. Nach sechs Stunden passieren wir den Mont-Blanc-Tunnel und erreichen  bei heftigem Schneefall auf der Südseite der Alpen das italienische Courmayeur. Eine steile Gasse führt von oben zu unserem Hotel  Familienhotel Pilier D‘Angle bei Courmayeur.
Am nächsten Morgen ist vom Mont Blanc nichts zu sehen. Es schneit noch immer. An der Seilbahn Val Veny treffen wir Frank Hessler,  einen Bergführer aus Freiburg, der schon viele Jahre als Heliguide im Mont-Blanc-Gebiet führt und Mitbesitzer des Unternehmens „Heliski Courmayeur“ ist. Bei diesem Wetter ist an Fliegen nicht einmal zu denken.
In Courmayeur ist das aber kein Problem. Den Vormittag verbringen wir im Skigebiet mit Variantenabfahrten unter Franks Führung, darunter fantastische Tiefschneeabfahrten im Wald abseits der Pisten. Mittags im Refuge „Petit Mont Blanc“ gibt es „Polenta con spezzatino di magiale“. Einen Eintopf mit Schweinefleisch und Maisgrieß. Deftige Aosta Küche in sehr netter Atmosphäre. Der Nachmittag gleicht einem Besuch im Technik-Museum. Am Col Chécrouit nehmen wir eine 26-Personen-Gondel aus dem Jahre 1961 zur Cresta di Youla auf 2624 Meter, von dort die kleine 15er-Gondel, gebaut 1963, hinauf ins Weiß zur Cresta d’Arp. Hier hat man das Gefühl, zur Zeit der Erschließung der Alpen zu leben. Was für kühne Bauwerke! Und sie sind tatsächlich noch in Betrieb.
Die Bergstation liegt ausgesetzt auf 2755 Metern. Hier oben gibt es keine präparierten Pisten, sondern nur Tourenabfahrten. Vor Jahren war ich schon mal hier oben und hatte bei Traumwetter einen fantastischen Blick auf das Mont-Blanc-Massiv, das hier wie eine Wand vor einem steht. Heute allerdings müssen wir darauf verzichten. Wir freuen uns über einen halben Meter Neuschnee und optimale Bedingungen für die anspruchsvolle Abfahrt hinunter zum Col D’Arp und weiter nach Dolonne. So genießen wir auch ohne Heli-Unterstützung einen fabelhaften Skitag. Wir haben viele Höhenmeter zurückgelegt, und die Oberschenkel brennen.

Am nächsten Morgen hat der Schneefall nachgelassen, die Berge aber liegen immer noch in den Wolken. Der Hubschrauber bleibt also erneut in der Garage. Frank ist freilich guten Mutes, er glaubt,  dass die Wolken bald aufreißen. So schlägt er vor, zum Warmwerden erst einmal ein paar Abfahrten im Skigebiet machen. Nicht einmal eine Stunde später haben wir am Col Checrouit Sonne und Neuschnee – über uns zeigt sich das Mont-Blanc-Massiv in seiner ganzen Pracht.
Es dauert nicht lange, dann holt uns ein weißer Helikopter ab und fliegt uns vorbei am 3252 Meter Hohen Berrio Blanc in Richtung Col des Piramides. Unter uns ist alles frisch angezuckert, die Luft klar wie meistens, wenn nach längerem Schneefall der Nebel plötzlich aufreißt, und die Berge um den Mont Blanc wirken majestätisch. Auf einem kleinen Plateau in 2788 Meter Höhe werden wir abgesetzt.
Es ist kaum Zeit uns umzuschauen. Mit Fat-Ski an den Füssen schweben wir förmlich über unverspurtes Gelände, hinter uns die gelben Felsen der Petite Aiguille des Glaciers. Es geht alles leicht; die Bedingungen sind optimal. Wir fahren vorbei an dem zu dieser Jahreszeit geschlossenen Rifugio Elisabeta. Die Schutzhütte liegt gut sichtbar auf einem ausgesetzten Hügel, direkt unter der 2726 Meter hohen Pyramides Calcaires, die sich tatsächlich wie eine riesige Pyramide hinter der Berghütte aufbaut.
Unten im Tal wartet Alessandro und fliegt uns gleich wieder hinauf zum nächsten Run. Diesmal in Richtung Aiguille de Lex Blanche. Es ist schon verrückt, wieviel Berg man mit dem Hubschrauber in kürzester Zeit erleben kann. Die Landung oben ist spektakulär, genau so wie die Aussicht hinüber auf die Tre la Tete. Das sind die Momente, in denen ich meinen Beruf besonders liebe. Ich fahre mit  meiner Kamera voraus, suche mir die beste Position zum Fotografieren. Nacheinander fliegen Veit und Frank mit Freudenschreien an mir vorbei in Richtung Tal. Was für ein Bild! Vorne im steilen Gelände, eine weiße Wolke hinter sich herziehend, der bunte Skifahrer, und im Hintergrund der Gletscherbruch des Lex Blanch, darüber der Doppelgipfel des Tre la Tete. Das sind Tage, an denen man Bilder einfängt, die anschließend auf Hochglanz gedruckt die Titel von Kalendern, Magazinen und Kataloge schmücken.
Courmayeur ist einer der wenigen Alpen-Orte, in denen Heliskiing überhaupt erlaubt ist. Ich habe viele Heliski-Gebiete auf der Welt bereist. Aber so eine Kulisse erlebt man selten – Gänsehaut!
Für so viele Abfahrten, wie wir sie heute mit Hilfe des Hubschraubers gemacht haben, braucht ein Tourengeher ein halbes Bergsteigerleben. – Udo Bernhart

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